Gestrichenes und ungestrichenes Papier: Was steckt hinter den Papiersorten?

28.05.2026 – Nachhaltigkeit

Frischfaser-, Naturpapier, Umweltpapier, Altpapier, Recyclingpapier, ungestrichenes oder gestrichenes Papier – Papier ist nicht gleich Papier. 

Die Wahl der richtigen Papiersorte hat entscheidenden Einfluss auf die Haptik, die Belastbarkeit und die Wirkung eines Printprodukts

Sie bestimmt die Strahlkraft der Farben – und den ökologischen Fußabdruck. Wer für sein Druckprodukt das passende Papier wählen möchte, sollte die wesentlichen Papiersorten kennen.

Autorin des Artikels: Pia Weißenfeld // Expertin für nachhaltiges Design und Transformation, Autorin von „Nachhaltiges Grafikdesign – Das umfassende Handbuch“ www.pia-weissenfeld.de

Die Welt auf zwei Papierwelten – links auf gestrichenem Bilderdruckpapier und rechts auf ungestrichenem Naturpapier. Am besten live sehen und fühlen.

Ob gestrichen oder ungestrichen – die Papiersorte ist keine Nebensache, sondern ein gestalterisches Mittel. Sie beeinflusst Wirkung, Haptik und Wahrnehmung eines Druckprodukts.

In Kürze:

Papier unterscheidet sich grundlegend in zwei Kategorien: gestrichen (coated: glatte, veredelte Oberfläche für farbbrillante Drucke wie Kataloge und Magazine) und ungestrichen (uncoated: offene, natürliche Oberfläche für haptisch ansprechende Produkte wie Geschäftsberichte oder Briefpapier). Diese Unterscheidung gilt sowohl für Frischfaser- als auch für Recyclingpapier. Recyclingpapier schneidet ökologisch deutlich besser ab – mit bis zu 68 % weniger Energieverbrauch, bis zu 78 % Wassereinsparung und bis zu 15 % weniger CO₂ – liefert aber inzwischen qualitativ gleichwertige Ergebnisse. Der Begriff „Naturpapier" ist kein Umweltversprechen, sondern bedeutet lediglich: ungestrichen.

Links: ungestrichenes Papier, rechts: gestrichenes Papier. Am besten live sehen und fühlen.

Gestrichenes und ungestrichenes Papier: der grundlegende Unterschied

Grundlegend werden Papiere in zwei Kategorien unterteilt: gestrichen (coated) und ungestrichen (uncoated). Diese Unterscheidung in gestrichen und ungestrichen gilt grundsätzlich für alle Papiersorten – egal ob Frischfaser- oder Recyclingpapier.

Gestrichene Papiere werden mit einem Strich behandelt – einem Bindemittelauftrag, der die Oberfläche des Papiers veredelt. Dabei wird die Oberfläche geschlossen, glatter und stabiler. Da gestrichene Papiere eine sehr gute Farbwiedergabe bieten, werden sie auch Bilderdruckpapiere genannt. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Bilder besonders farbecht und brillant gedruckt werden sollen – etwa bei Katalogen, Bildbänden, Magazinen oder Imageflyern.

Eigenschaften gestrichener Papiere:

  • Sehr glatte, geschlossene Oberfläche 
  • Erhältlich in matt, glänzend oder seidenmatt
  • Sehr hohe Farbbrillanz und exzellente Bildwiedergabe 
  • Hohe Detailschärfe und Kontrastwiedergabe 
  • Geringe Farbaufnahme sorgt für präzise Druckergebnisse 
  • Weniger gut beschreibbar


Ungestrichene Papiere hingegen haben eine unbehandelte, offene Oberfläche. Sie wirken rauer und natürlicher, nehmen Druckfarbe anders auf und verleihen Printprodukten eine charakteristische, haptisch ansprechende Anmutung. Ungestrichene Papiere oder Kartonsorten eignen sich besonders für Geschäftsberichte, Faltschachteln, Briefpapier oder Drucksachen, bei denen Authentizität und Haptik im Vordergrund stehen. 

Bei Langebartels+Jürgens, der Hamburger Umwelt- und Qualitätsdruckerei, werden auch auf ungestrichenen Materialien, Natur- und Recyclingpapier, Ergebnisse besonderer Qualität erzielt. In ihrem Projekt “Brillant drucken auf Recyclingpapier” haben sie genau diese Thematik durchgearbeitet und beweisen, welch besondere Farbwiedergabe möglich ist.

Eigenschaften ungestrichener Papiere: 

  • Offene, natürliche Oberfläche 
  • Angenehme, oft leicht raue Haptik 
  • Gute Beschreibbarkeit und Weiterverarbeitung 
  • Farben wirken matter und weniger kontrastreich 
  • Höhere Saugfähigkeit kann zu leichtem Farbpunktzuwachs führen
     

Frischfaserpapier

Der Rohstoff für Frischfaserpapier wird aus Holz gewonnen und zu Zellstoff verarbeitet, der dann für die Papierproduktion aufbereitet wird. Nach der Rodung werden die Bäume entrindet und zu Hackschnitzeln verarbeitet. Die anschließende Zellstoffaufbereitung ist der energie- und wasserintensivste Schritt der Papierherstellung: Die Hackschnitzel werden über mehrere Stunden mit Lösungsmitteln gekocht, um Lignin und Hemicellulose herauszulösen – Bestandteile, die zwar dem Baum Stabilität geben, bei Papier aber die Festigkeit verschlechtern und es schneller vergilben lassen. Übrig bleibt der Zellstoff, der nur etwa die Hälfte des Baumes ausmacht. Anschließend wird der Zellstoff gebleicht. In den Papierfabriken werden die Fasern in großen Wassermengen mit Füllstoffen wie Bindemitteln, Aufhellern und Leim vermischt, die das Papier fest und glatt machen. Durch Entwässern, Pressen und Trocknen entsteht schließlich das fertige Papier.

Frischfaserpapier ist in diversen Grammaturen sowie mit unterschiedlichen Weißegraden und Oberflächenstrukturen erhältlich – sowohl gestrichen als auch ungestrichen.

Eigenschaften von Frischfaserpapier: 

Naturpapier

Dem Namen nach wird bei Naturpapier oft eine besonders nachhaltige Papiersorte vermutet. Die Bezeichnung ist allerdings kein Umweltversprechen: Naturpapier bedeutet schlicht, dass es sich um ein ungestrichenes Papier handelt. Es hat eine offene, natürliche Oberfläche, wird nicht mit Zusätzen behandelt und besteht zu 100 % aus Frisch- oder Recyclingfasern.

Durch seine natürliche Anmutung kann es einen umweltfreundlicheren Eindruck vermitteln – ob es das tatsächlich ist, hängt jedoch ausschließlich von der Herkunft der Fasern ab. Naturpapier ist in verschiedenen Grammaturen einsetzbar und eignet sich gut für Drucksachen, bei denen ein authentisches, hochwertiges Erscheinungsbild gewünscht ist.

Eigenschaften von Naturpapier:

Neben der konzeptionellen Entscheidung sollte auch die Umwelt-Perspektive bei jedem Druckprodukt eine Rolle spielen.

Papierauswahl von Langebartes + Jürgens Hamburg GmbHRecyclingpapier/- und Kartonsorten auswählen im Umwelt-Papierarchiv von Langebartels+Jürgens

RECYCLINGPAPier

Recyclingpapier wird aus aufbereitetem Altpapier hergestellt. In einem sogenannten Deinkingprozess werden die Fasern von Druckfarben, Klebern und anderen Verschmutzungen befreit. Da viele energieintensive Arbeitsschritte der Frischfaserproduktion entfallen, fällt die Umweltbilanz von Recyclingpapier deutlich besser aus:

  • Bis zu 68 % weniger Energieverbrauch im Vergleich zu Frischfaserpapier
  • Bis zu 78 % Wassereinsparung, da das Herauslösen von Cellulosefasern aus Holz entfällt
  • Bis zu 15 % CO₂-Ersparnis gegenüber Frischfaserpapieren

Zudem werden durch den Einsatz von Recyclingpapier Wälder entlastet, deren Bäume als CO₂-Speicher erhalten bleiben.
Recyclingpapier haftet noch immer das Image an, grau-braun auszusehen und schlechtere Druckergebnisse zu liefern. Das ist längst überholt: Inzwischen sind hohe Weißegrade, edle Oberflächen und eine breite Palette an Grammaturen auch bei Recyclingpapier selbstverständlich – sowohl in gestrichener als auch in ungestrichener Ausführung.

Eigenschaften von Recyclingpapier:

  • Erhältlich in einem breiten Grammatur- und Oberflächenspektrum 
  • Auch in hohen Weißegraden erhältlich, die mit Frischfaser zu vergleichen sind
  • Gute bis sehr gute Opazität, abhängig von Qualität und Grammatur 
  • Moderne Sorten bieten sehr gute Bedruckbarkeit im Offset- und Digitaldruck 
  • Farbwirkung leicht matter als bei klassischem Frischfaserpapier 
  • Je nach Sorte etwas rauere Oberfläche 
  • Hohe Umweltverträglichkeit durch reduzierten Wasser-, Energie- und Holzverbrauch 

Im Umwelt-Papierarchiv von Langebartels+Jürgens sind alle grafischen Papiere und Kartonsorten zusammengestellt, die zu 100 % aus Altpapier bestehen und mindestens ein relevantes Umweltzeichen tragen. 

Altpapier

Altpapier ist Papierabfall aus Haushalten oder Gewerbebetrieben, der zur Herstellung von Recyclingpapier, Verpackungen und Druckerzeugnissen verwendet wird. Damit im Recyclingprozess möglichst viele Fasern wiederverwertet werden können, sollte die Altpapiertonne sauber befüllt sein.

Wichtig zu wissen: Verschmutztes Papier und Kartons gehören nicht in die Altpapiertonne, sondern in den Restmüll. Das gilt auch für Kassenzettel – landen diese im Altpapier, sorgen sie für Verschmutzungen und verschlechtern den Weißegrad des daraus entstehenden Recyclingpapiers.

Fazit:

Die richtige papiersorte für ihr druckprodukt

Ob gestrichenes oder ungestrichenes Papier, ob Frischfaser oder Recycling – jede Papiersorte hat ihre eigenen Stärken und den richtigen Einsatzbereich. Für sehr farbbrillante Bildwelten empfiehlt sich gestrichenes Papier, für eine edle Haptik und nachhaltige Wirkung greift man zu ungestrichenem Recycling- oder Naturpapier.

Langebartes+Jürgens berät Sie gerne dabei, welche Papiersorte zu Ihrem Druckprojekt passt – ästhetisch, technisch und ökologisch.

Sie möchten den Beweis, dass sich mit recyclingpapieren hochwertige Printprodukte umsetzen lassen? 

Dann bestellen sie die Broschüre “Brillant drucken 
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